Das Sauerland...

Das Sauerland ist eine deutsche Mittelgebirgsregion im Südosten von Nordrhein-Westfalen. Kleine Ausläufer des Hochsauerlandes reichen bis in einen nordwestlichen Zipfel von Hessen um Willingen. Die eher dünn besiedelte Gegend weist verhältnismäßig viele Waldgebiete auf.

Lage des Sauerlandes in Deutschland
  Basisdaten Sauerland
Bundesländer:           Nordrhein-Westfalen, Hessen
Regierungsbezirke:    Arnsberg, Kassel
Höchster Punkt:          843,2 m ü. NN (Langenberg)
Niedrigster Punkt:      106,2 m ü. NN, an der Ruhr bei Iserlohn-Rheinen
Kfz-Kennzeichen:       HSK, KB, MK, OE, SO,
alt:                             AL, AR, BLB, BRI, BÜR, IS, LP, LS, LÜD, MES, WA
Gliederung:               mehrere Landkreise

Geographische Lage und Grenzen
Der Name „Sauerland“ ist begriffsgeschichtlich alt (siehe weiter unten), indes erst seit dem 19. Jahrhundert wieder geläufig und wird heute als eine Mischung aus geographischer und historischer Region benutzt.

Süderbergland
Die naturräumliche Haupteinheitengruppe Süderbergland ist eine neuere, jedoch an einer älteren Bezeichnung für das Sauerland angelehnte Begriffsbildung, die geographisch vergleichsweise präzise gefasst ist. Sie enthält indes im Westen (Bergisches Land, Siegerland) sowie am Südostrand (Wittgensteiner Land und äußerster Nordosten des Hessischen Hinterlandes zwischen Biedenkopf und Battenberg) historische Regionen, die landläufig nicht unter dem Namen verstanden werden.

Im touristisch stark erschlossenen Upland im Osten wiederum wird die Bezeichnung „(Hoch-)Sauerland“ heute häufig verwendet, obwohl hessische Landschaften traditionell nicht dem Sauerland zugerechnet werden. Dieses liegt nicht zuletzt daran, dass die abgeleitete Bezeichnung Hochsauerland für den Höhenschwerpunkt des Sauerlandes deutlich bekannter ist als der z. T. synonym verwendete Begriff Rothaargebirge.
Da sich Gemeindegrenzen nur selten an naturräumlichen Grenzen orientieren, werden, insbesondere im Norden (Teilgemeinden nördlich der Möhne am Haarstrang und jenseits davon), auch Gebiete außerhalb des Süderberglandes dem Sauerland zugerechnet.
Politische Gliederung des Sauerlandes

Landkreise und größte Städte
Das Sauerland umfasst nach heutigem Begriffsgebrauch die folgenden Kreise bzw. Teile von diesen:
    * Der weitaus größere, zu Nordrhein-Westfalen gehörende Teil des Sauerlandes umfasst im Westen den Märkischen Kreis, im Süden den Kreis Olpe, in der Mitte und im Osten den Hochsauerlandkreis (der flächenmäßig den größten Teil des Sauerlands ausmacht) und im Norden den südlichen Teil des Kreises Soest. Diese Gebiete des Sauerlandes gehören zum Regierungsbezirk Arnsberg.
    * Das im Osten liegende Upland gehört zum Kreis Waldeck-Frankenberg im hessischen Regierungsbezirk Kassel.
    * Iserlohn ist mit knapp 100.000 Einwohnern die größte Stadt des Sauerlandes. Die nächstgrößeren Städte sind Lüdenscheid und Arnsberg (je knapp 80.000).

Politische Gliederung des Sauerlandes

 
Das historische Sauerland wird insbesondere von folgenden Gebirgen und Höhenzügen dominiert:
    * Rothaargebirge (Langenberg, 843,2 m)
    * Saalhauser Berge (Himberg, 687,7 m)
    * Ebbegebirge (Nordhelle, 663,3 m)
    * Lennegebirge (Homert, 656,1 m)
    * Arnsberger Wald (581,5 m)

Berge
Astenturm, Kahler Asten - Die höchsten Berge des Sauerlandes, allesamt im Rothaargebirge gelegen, sind der Langenberg (843,2 m ü. NN) zwischen Willingen und Niedersfeld, der Hegekopf (842,9 m) südlich von Willingen und der Kahle Asten (841 m) bei Winterberg.

Über den Gipfel des Langenbergs verläuft die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen. Der Hegekopf, der ganz auf hessischem Gebiet liegt, ist die höchste Erhebung in Nordhessen. Der Kahle Asten wird oft fälschlich als der höchste Berg im Sauerland und Rothaargebirge bezeichnet. Tatsächlich aber steht dieses Attribut den oben erwähnten, nahezu gleichhohen Bergen – Langenberg und Hegekopf – zu, von denen der Langenberg sogar die höchste Erhebung im gesamten Nordwestdeutschland ist.

Fließgewässer
Durch das Sauerland und über seinen höchsten Gipfel, den Langenberg, verläuft in Nord-Süd-Richtung die Rhein-Weser-Wasserscheide. Der größere, westlich davon gelegene Teil des Sauerlandes entwässert größtenteils über die Ruhr und ihre linken Nebenflüsse zum Rhein, während einige Randbereiche im Nordosten auch zur Lippe entwässern.
Dem gegenüber verlaufen andere Rhein-Nebenflüsse zwar zum Teil (die Lahn im Wittgensteiner Land) bzw. fast gänzlich (die Sieg im Siegerland und die Wupper im Bergischen Land) im Süderbergland, jedoch in namentlich nicht dem Sauerland zugerechneten Teilen.
Der Osten des Sauerlandes, insbesondere das komplette Upland, wiederum entwässert über die Diemel und Nebenflüsse der Eder zur Weser hin.

Stauseen
Durch die Industrialisierung nahm vor allem im Ruhrgebiet der Bedarf an Trinkwasser und Wasser für die Industrie zu. Es entstanden an der Ruhr im Unterlauf zahlreiche Wasserwerke, die aber gerade in trockenen Sommern häufig trockenlagen. Zur Regulierung gründeten die Wassererzeuger im Ruhrgebiet 1899 den Ruhrtalsperrenverein. Vor allem diese Organisation finanzierte den Bau von Stauanlagen an einigen kleineren Flüssen im Sauerland. Diese speichern im Herbst und Winter das Wasser auf und lassen es im Frühjahr und Sommer kontrolliert abfließen, um stets einen ausreichenden Wasserstand im Unterlauf der Ruhr zu garantieren. Die größten dieser Seen sind der Biggesee (mit der Listertalsperre), der Sorpesee, die Versetalsperre, der Hennesee und der Möhnesee. An der nordöstlichen Nahtstelle und nur knapp in den benachbarten Landkreisen gelegen finden sich außerdem der Diemelsee und der Aabachstausee.

Zwar gilt das Sauerland als ein eher dünn besiedeltes Gebiet, aber abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung gab und gibt es erhebliche Unterschiede in der Bevölkerungsdichte.

Bevölkerungsentwicklung der Kreise 1950–2005
(Gebietsstand: 2005)
Gebiet 1950 1961 1970 1987 2004
Hochsauerlandkreis 226.063 237.565 263.920 260.265 277.715
Märkischer Kreis 343.600 399.213 432.405 421.321 451.421
Kreis Olpe 97.831 108.138 119.184 125.142 142.140
Kreis Soest 222.459 231.687 257.030 266.693 309.013










Insgesamt lässt sich hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung und Siedlungsdichte ein deutliches West-Ost-Gefälle ausmachen. Das früh industrialisierte Gebiet des heutigen Märkischen Kreises erlebte im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung, auch aus dem Hochsauerland, ein beachtliches Bevölkerungswachstum. Dort wurde bereits Eisenerz abgebaut und mit einheimischer Holzkohle verhüttet (etwa in der Luisenhütte Wocklum), als es das Ruhrgebiet als industrielles Ballungsgebiet noch gar nicht gab. Nach 1870 holte der nordwestlichste Teil des heutigen Hochsauerlandkreises (v. a. in Neheim und Hüsten) auf und unterschied sich kaum von der Entwicklung in der Mark.

Siedlungsdichte im Jahr 2004
Kreis Einw. pro km²
Hochsauerlandkreis 141,8
Märkischer Kreis 426,3
Kreis Olpe 200,0
Kreis Soest 232,8
Nordrhein-Westfalen 530,3
Dagegen waren die gering industrialisierten Gebiete in den heutigen Kreisen Hochsauerland, Olpe und Soest zeitweise Aus- und Abwanderungsgebiete mit einer entsprechend niedrigen Bevölkerungszunahme. Der Landrat von Brilon schätze zu Beginn der 1870er Jahre, dass allein von 1845 bis 1864 über 500 Personen nach Amerika ausgewandert seien. In der Phase der Hochindustrialisierung verlor die Überseewanderung zu Gunsten der Abwanderung in die benachbarten Industriegebiete an Bedeutung. Bereits zu Beginn der 1860er Jahre zählte man im Kreis Brilon nur etwa 180 Auswanderungen nach Übersee, aber über 600 Umzüge innerhalb des preußischen Staates. Hauptzielgebiete waren die Industrieorte im westlichen Teil des Sauerlandes und das Ruhrgebiet.



Wenngleich im 20. Jahrhundert die wirtschaftlichen Unterschiede abgenommen haben, ist die Bevölkerungsdichte noch immer außerordentlich unterschiedlich. Während der Märkische Kreis nur wenig unter dem Durchschnitt für Nordrhein-Westfalen liegt, ist die Bevölkerungsdichte vor allem im Hochsauerland um ein mehrfaches geringer.

Druckoptimierte Version  Artikel einem Freund empfehlen

Zurück ]


Copyright © by Erlebnis Sauerland